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IST SCHAMANISMUS ESOTERIK?

Indianische Traumfänger, Tierhelferpostkarten und Wölfe auf T-Shirts sind in esoterischen Kreisen keine Seltenheit. Wer etwas auf sich hält, hat eine Trommel, einen blumigen indianischen Namen und intoniert von Zeit zu Zeit englische Lieder, die mit "Heya-Hoya" enden und als generell indianisch gelten. Dies könnte ohne weiteres die Ansicht nähren, Schamanismus sei ein esoterischer Zeitvertreib. Umgangssprachlich wird die Bezeichnung esoterisch meist im Sinne von "naiv, romantisch, leichtgläubig" verwendet. Wie rührend-hilflos, gutmeinend viele "esoterische" Menschen tatsächlich sind, zeigt sich daran, dass mit dem Attribut "indianisch" sowohl für Ohrkerzen, als auch für Schuhe mit Fußbett erfolgreich geworben wird. Die meisten dieser Alternativkonsumenten würden die Frage, welches indianische Volk denn den Namen für das Produkt hergegeben habe, nicht beantworten können. Wie auch? Indianer gibt es in Alaska, in Arizona, am Amazonas und in Feuerland, in vielen Völkern, die verschiedene Sprachen und Kulturen haben. Als Europäer sozialisiert mit Karl Mays Winnetou, neigen der "weiße Bruder" und die "weiße Schwester" dazu, indianisches Leben romantisierend nachzuahmen. Wer einmal in irgendeinem der Reservate der USA gewesen ist, ist ernüchtert über das blanke Elend dort. Das, was viele Europäer für Schamanismus halten, ist durchaus leichtgläubig und naiv, also eine esoterische Modeerscheinung.

Allerdings hat die europäische Vorstellung von Schamanismus wenig zu tun mit der Spiritualität nicht-westlicher Ursprungskulturen. In den Fußangeln von Definitionsfragen verheddern sich allerdings nicht nur europäische Esoteriker. Auch in der Wissenschaft ist ein ungeordneter Disput darüber an der Tagesordnung.

Schamanen selbst würden sich immer als Realisten bezeichnen. Sie verfügen über viel Erfahrung, Buchwissen hat für sie keine Bedeutung. Sie würden nicht einmal die Bezeichnung "Übernatürlich" für die unerklärlichen Erfolge ihrer Arbeit gelten lassen, denn sie empfinden die Strukturen ihrer Arbeit als vollkommen natürlich. Dass Europäer ein engeres Konzept von Natur haben, schert sie nicht weiter. Schamanen sind in der Regel irritiert, wenn sie von Europäern als quasi "heilige Übermenschen" verehrt werden. Sie sind Menschen wie alle anderen auch und sie haben ihre besonderen Begabungen auch, wie andere Menschen auf anderen Gebieten. Weltfremd und naiv können sie schon allein deshalb nicht sein, weil die meisten von ihnen politische und spirituelle Ratgeber für ihre Gemeinschaft sind. Leichtgläubig sind eher Europäer, die nach der Verwirklichung ihrer Projektionen suchen, als die Schamanen, die es im Laufe ihres Lebens mit jeder Art von menschlicher Schlitzohrigkeit zu tun bekommen haben. Schamanen haben im Gegensatz zu Esoterikern einen festen Rückhalt in ihrer Kultur, ihrem Stamm, ihrer Familie und ihrer Mythologie.

Esoterik zeichnet sich jedoch besonders dadurch aus, daß sie ein willkürliches Konglomerat von quasi spirituellen Modeerscheinungen darstellt. Ohne jedes Konzept und meist ein bunter Mix aus den unterschiedlichsten Kulturen, ist Esoterik oft ein schwankendes Schiff das verlohrene Werte ersetzen soll.

Tatsächlicher Schamanismus hat rein gar nichts mit Esoterik zu tun, in dem Sinne, wie das Wort meist verwendet wird.

 
 
 

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