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ÜBER DIE ROMANTISIERUNG TRADITIONELLER KULTUREN IN INDUSTRIELÄNDERN

Diese Aspekte des Verhältnisses zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen werden hier besprochen, da es eine erhebliche Anzahl beunruhigender Erfahrungen über Mißverständnisse  im Zusammentreffen dieser Kulturen gibt.

Diesen Text im Zusammenhang mit Schamanismus zu lesen, ist für Europäer notwendig, da allgemein eine große Bereitschaft besteht, außereuropäische Kulturen naiv  zu romantisieren.

Zum Beispiel:

Der Typus des "edlen Wilden“ fand in Europa erstmals im Biedermeier seinen Weg in die Wohnstuben. Winnetou ist der Protagonist dieser Strömung im 20 Jahrhundert. Auch die berühmte Rede des Häuptlings Seattle ist im großem Zügen ein Produkt weißer Naturromantik die auf "edle Wilde“ projiziert und in großen Zügen von Weißen frei erfunden wurde.

Hintergrund für diese kulturellen Mißverständnisse sind:

1.) Diese Art der Romantisierung ging einher mit der Zerstörung der natürlichen Ressourcen in Europa. Wer vor rauchenden Fabrikschloten steht, träumt gern von  unberührter Wildnis und ihren natürlichen Menschen.

Viele Europäer sind heute leidenschaftlich engagiert, wenn es um den Erhalt des Regenwaldes geht. Der Erhalt der einheimischen Waldflächen ist dagegen vergleichsweise  eher unattraktiv.

2.) Ausserdem  neigen Europäer, wie alle anderen Menschen auch, dazu die eigene Kultur, ihre Errungenschaften und Lebensbedingungen für menschliches Allgemeingut zu halten.
Es kommt also zu einer fehlerhaften Übertragung der eigenen Wertsysteme auf andere Kulturen. Das blendet wichtige Wahrnehmungsfelder leicht aus.

Selbstverantwortliches Denken, eine Diskussionskultur, selbstreflexive Wahrnehmung und Minderheitenrechte, Aufrichtigkeit und Konfliktfähigkeit, einklagbare Frauenrechte sind hierzulande auch nicht immer selbstverständlich. Dennoch  sind es bekannte Bausteine einer europäischen Alltagskultur die zumindest eine gewisse Verbreitung haben. Der Prozeß der Demokratisierung unserer politischen Kultur hat hier eindeutige, wichtige Spuren hinterlassen. Andere Kulturen, mit einer anderen Geschichte, verfügen über ganz andere Wertsysteme. Ein Leben in hierarchischen  Stammesstrukturen ist z.B. für Europäer nicht einmal vorstellbar.

3.) Spezifisch für viele Europäer ist auch, dass sie sich, geprägt von christlichen Idealen der tätigen Reue, an den Verbrechen des Kolonialismus persönlich schuldig fühlen. Das ist ein Hintergrund, weshalb  sie leicht manipulierbar sind. Um keinen Preis der Welt möchten sie "Rassisten“ genannt werden. Das ist verständlich, führt aber leicht zu verherrlichenden  Sichtweisen auf andere Kulturen, da jede Kritik daran vielleicht schon tendenziell "rassistisch“ sein könnte.

Dieser Vorwurf kann direkt geäussert werden. Andererseits reichen auch die Bedenken im eigenen Kopf bereits aus, um zu einem Denkverbot zu kommen.

4.) Der Verlust von Familie, Gemeinschaft und verbindenden spirituellen Werten in Europa lässt die Menschen nach Überresten der "guten alten Zeit“ suchen die sie in anderen Kulturen zu finden hoffen.  Das legt oft einen rosa Schleier über die Wahrnehmung anderer Lebensformen.

Der Alltag der meisten Menschen in traditionellen, außereuropäischen Gesellschaften Afrikas oder Südamerikas ist oftmals geprägt von Armut und Verwahrlosung. Reste von Stammes oder Clanstrukturen zeigen sich oftmals in hierarchischen Verhältnissen die einem westlich sozialisierte Individuum keinen Platz lassen würden. Besonders Frauen haben hier meist eine sehr schlechte Stellung. Auch die Spiritualität ist unter dem Einfluß von TV und Drogen erheblichen Angriffen ausgesetzt. Strenge Stammesgesetzte ( die auch nicht per se vorbildlich sind)  sind nicht mehr allgemein verbindlich und neue, christianisierte Werte ( die ebenfalls nicht per se vorbildlich sind) sind oft nur oberflächlich vorhanden. Auch hier gibt es ein Vakuum an verbindlichen Werten wie wir sie uns erträumen. Bürgerkriege oder eine schwer vorstellbares Maß an Alltagskriminalität als Strategie gegen Verarmung, tun ihr Übriges.

Insbesondere Frauen und Kinder habe unter diesen Verhältnissen am meisten zu leiden. Ihre Rechte und soziale Stellung sind meist ausgesprochen elend.
Frauen müssen sich und die Kinder oft allein durchbringen. Die Verantwortung der Väter für die Familie ist in vielen traditionellen Kulturen nicht vorgesehen. Sozialhilfe ist nur ein Traum vom Luxus.

5.) Schamanen spielen in diesen Gesellschaften oft nur eine randständige Rolle.

Bunte, "moderne“ Pillen oder Antibiotika sind überall billig und frei, zu haben.  Das gilt für Nepal, wie Südamerika oder Afrika. Schamanen und Schamaninnen werden oftmals nur noch für sogenannte "schwarzmagische“ Anliegen in der Bevölkerung in Anspruch genommen.  Nur in einigen wenigen Ländern, wie Z. B. Korea, geniessen sie einen Kultstatus. Ansonsten ist das übliche "Kerngeschäft“ oft Schutzzauber oder die Abwehr tatsächlicher oder vermeintlicher Feinde. Macht und Erfolgszauber bringen ihnen viel Geld und das spielt in sehr armen Ländern eine enorme Rolle.

Das führt dazu, dass  Schamanen sehr hohe charakterliche Standards und eine standfeste Spiritualität haben müssen um diesen Versuchungen stand zu halten.
Es gibt diese tadellosen Menschen. Und es gibt auch viele, die nicht stand halten.

Die, die in sich gefestigt sind, haben kein leichtes Leben. Es sind meist die die sehr wenig daran interessiert sind, durch Europa zu touren.

Ein konkreter Tipp:

  1. wenn Sie sich fassungslos überschlagen vor der Wucht der Worte: "Geh endlich deinen spirituellen Weg!“ nur weil ein echter "Native“ Ihnen das sagt,
  2. wenn Sie dann dafür auch noch ein schönes Sümmchen da lassen ...

... dann ist es allerhöchste Zeit, Banalitäten als solche zu erkennen und wieder zurück zur Erde zu steuern.

AUSGEGEBENEM ANLAß LESEN SIE ZU DIESEM THEMA HIER AUCH:

Ein Wort über binationale Partnerschaften, Ehen und Familien!

Der Anlaß ist eine erstaunlich hohe Anzahl von diesem Thema auf spezielle Weise betroffener Frauen.

Frauen sind  in der Tat in besonderer Weise durch Romantisierung anderer Kulturen gefährdet, da es immer öfter  zu binationalen Partnerschaften kommt, bei denen dieser Aspekt eine fatale Rolle spielt. Die Zahl betroffener Frauen die in hochgradig desolatem Zustand, juristischen Beistand brauchen, steigt.

Europäische Frauen sollten sich klar machen, wie eindeutig ihre Rolle in den Augen von vielen Männern ist, die aus anderen Kulturen kommen. Erotik, Exotik und die Projektion eigener Denkformen sind ein hochexposives Gemisch.

Für viele Männer aus Südamerika oder Afrika bedeutet es einen Zugang zu Aufenthaltsgenehmigung, Sex und Geld, wenn sie es schaffen, eine europäische Frau als Geliebte, Ehefrau oder Kindesmutter für sich zu gewinnen. Sie ist für Männer, die oft aus für uns unvorstellbar ärmlichen Verhältnissen kommen, einfach eine Art "Goldesel“. Da spielt es auch keine Rolle, wenn sie schon älter ist, Über oder Untergewicht hat oder ähnliche Mängel aufzuweisen hat, die  Männern ihrer eigenen Kultur weniger akzeptieren.

Um die Frau zu gewinnen, muß ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, eine Geschichte von Liebe, Leid und Einsamkeit ist da hilfreich. Dazu ist manchen Männern notfalls jedes Mittel recht. Die Frauen sind in ihrer für Europäerinnen typischen Naivität "leichte Beute“. Dieser Betrug lohnt sich meist für den Mann der oft gleichzeitig ihr gegenüber seinen eigenen Opferstatus betont.

Sicherlich gibt es auch harmonische, binationale Beziehungen bei denen die gegenseitige Achtung und Verantwortung prägend ist. Aber das sind tatsächlich eher Ausnahmen. Die besondere Gefahr für europäische Frauen besteht in der absoluten Unkenntnis der prägenden Lebensbedingungen und Wertmaßstäbe der meisten Männer die aus anderen Kulturen kommen. Da liegt ein wichtiger Unterschied zu Beziehungen mit Männern aus der eigenen Kultur. So aber sind die Frauen in der Regel arglos und voller positiver Vorurteile, weil sie sich auf unbekanntem Terrain bewegt.

Wenn dann noch eine Glorifizierung der Spiritualität des Heimatlandes dazukommt, sind viele Europäerinnen so sehr beeindruckt, dass sie keine Fragen mehr stellen. Frauen unterschätzen auch oft die Rolle der ausländischen "community“. Sie hat keine ähnliche Kraft in ihrem Rücken. Sie hat im besten Fall ein paar Freundinnen. Sie steht in Konflikten mit dem Mann,  einer verschworenen Gemeinschaft die bedingungslos für ihn eintritt, gegenüber. Das ist ein realer Machtfaktor.

Wenn Frauen sich bewusst in eine politisch motivierte Zweckehe begeben, spielt eine Irreführung der Frau keine Rolle. Dann sind die Verhältnisse offen. Das ist eine ganz andere Situation.

Wer aber zum Beispiel Papiere (Aufenthaltsgenehmigung) und Geld braucht, ist hochgradig im Druck. Eine europäische Frau ist da die einfachste Lösung. Eine Reihe von Männern hat im Heimatland bereits Frau und Kinder. Das bleibt aber hierzulande unbekannt. Da eine ganze Reihe von Menschen aus aussereuropäischen Kulturen ebenso rassistische, abwertende Vorurteile über Europäer haben wie sie umgekehrt in Europa über andere Kulturen vorkommen, sind moralischen Hemmungen oft gering.  Armut adelt nicht.

Frauen die unangenehme Fragen stellen, werden oft zurechtgewiesen oder unter männerdominanten Vorzeichen "belehrt“. Wenn sie das dann für eine fremde, kulturelle Eigenart halten, laufen sie Gefahr irgendwann  nicht mehr zu wissen, was sie selber denken und fühlen und dann geraten sie in ein gefährliches Fahrwasser.

Alle diese Dinge dürfen offen gesagt werden. Rassistisch ist dies keinesfalls.
 
Zu einem wünschenswerten, offenen Umgang der Kulturen gehört auch, dass wir wertschätzen, was die andere Kultur tatsächlich ausmacht. Das dürfen aber niemals hausgemachten Phantasiegebilde sein.

Es gehört auch dazu die eigenen Besonderheiten anzuerkennen. Wenn wir das nicht tun, neigen wir dazu beschönigende Illusionen über das "andere“ zu züchten.

Zu einem guten Umgang miteinander gehört auch, dass wir wissen, wo wir welche Begehrlichkeiten wecken. "Reiche“ weisse Frau und armer schwarzer Mann ist eine ebenso verdächtige Kombination, wie ein reicher, alter Mann und eine arme, junge Frau das sind. Dies nicht zur Kenntnis zu nehmen ist eingefährliches Maß an Naivität und Selbstbezogenheit.

Nur wer hinschaut, kann auf Augehöhe kommunizieren.

Wenn dieser "deal“ allerdings offen gehandhabt wird, ist jedoch nichts daran auszusetzen.

Wenn  Arglosigkeit und  Unwissenheit der Europäerin aber betrügerisch ausgenutzt wird, indem ein Vertrauensverhältnis geheuchelt wird, dann ist es an der Zeit, zu fragen, wer in welcher Kultur wer die Leidtragenden dieses Betrugs sind.

In diesen Fällen, die wie Anwältinnen wissen, nicht allzu selten sind, sind  das die betroffenen, weissen Frauen und ebenso oft auch ihre Kinder.

An dieser Stelle sei dem Mut und dem Pioniergeist verantwortlicher und aufrichtiger Menschen in binationalen Beziehungen, Anerkennung ausgesprochen. Mögen sie ein Rollenmodell und eine Inspiration für andere sein!

 

 

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