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IST SCHAMANISMUS EINE FORM DER PSYCHOTHERAPIE?

Im Rahmen von psychotherapeutischen Behandlungen ist es Mode geworden, Rituale abzuhalten, über Tierhelfer zu sprechen und schamanische innere Bilder einzusetzen. Dies fördert die Vorstellung davon, Schamanismus sei eine Art archaischer Psychotherapie. Dieses Konzept vertritt auch die WHO, die 1980 im Bemühen, schamanische Heilkunst aufzuwerten, Schamanen mit westlichen Psychotherapeuten gleichgesetzt hat.  

Schamanen selbst wären über diese Sichtweise äußerst erstaunt, denn ein Konstrukt wie "Psyche" im Gegensatz zum Körper ist ihnen gänzlich fremd. Ein Mensch ist für sie tatsächlich eine nicht auflösbare Einheit aus beidem, von daher ist auch Psychosomatik für sie eine eher lustige Idee. Selbstverständlich wissen sie um die explosive Kraft emotionaler Spannungen. Das, was westliche Psychotherapeuten "das Unbewusste" nennen, ist für sie aber ein wesentlich harmloseres Konzept, das wenig mit dem freudianischen "Schweinehund" zu tun hat. Es ist vielmehr eine Art von blindem Mitschrieb eines unwissenden Musterschülers, in dem alle Dummheiten gewissenhaft verzeichnet sind. Eine Änderung dieser Notizen ist jederzeit und ohne großen Aufwand möglich.

Damit fällt schon einmal ein wichtiger Geschäftsbereich der Psychotherapeuten flach. Kein Schamane würde bei einer schamanischen Reise von "inneren Bildern" sprechen. Die Bezeichnung "innere Bilder" legt nahe, dass das Individuum der Dreh-und Angelpunkt des Universums ist. Schamanen nehmen auf ihren Reisen sehr wohl auch äußere Realitäten wahr. Bei der Diagnose von Erkrankungen kann nicht davon die Rede sein, dass es "innere Bilder" des Schamanen seien. Auf diese Weise können Schamanen unter gewissen Voraussetzungen auch Psychosen heilen, für die in der westlichen Kultur nur noch Medikamente angewendet werden. Westliche Psychotherapie hat keine Erklärungsmuster für Psychosen. Mediziner mutmaßen erfolglos über Stoffwechselstörungen.

Für Schamanen gibt es viele schwere körperliche Erkrankungen, die ihren Hintergrund in spirituellen Ursachen haben. Diese Ätiologie gibt es in der westlichen Psychotherapie nicht und demzufolge steht auch keine passende Therapie zur Verfügung.

Fast alle Psychotherapien arbeitet mit einer Art von "emotionaler Archäologie" bei der nur selten das ganze Familiengefüge und der Arbeitsplatz nicht immer berücksichtigt wird.

Schamanen sehen jeden Konflikt, jede Krankheit im Zusammenhang mit Familie, Arbeitsplatz, Gruppe und der Situation des ganzen Volkes. Dazu findet immer die spirituelle Not der Menschen eine große Beachtung.

Ein Individuum, das wesentlich aus seiner frühkindlichen Sozialisation definiert wird, ist für Schamanen undenkbar. Diese individualisierte Sicht würden sie als unzulässige Reduktion eines Menschen auf einen Teilaspekt seiner selbst, empfinden.

Des Weiteren ist nicht jedes x-beliebige Ritual das symbolische Handlungen beinhaltet, gleichzusetzen mit einem schamanischen Heilritual. Ein Schamane muss in der Lage sein, geistige Helfer einzuladen. Welcher Psychotherapeut bietet diese Art von Dienstleistung an?

Ein Schamane oder eine Schamanin sind nicht nur für den mentalen und emotionalen Teil eines Menschen zuständig. Sie halten auch den spirituellen roten Faden ihrer Tradition und unterrichten ihresgleichen darin die Verbindung ebenfalls zu halten. Keine Psychotherapie kann diese Spiritualität für sich in Anspruch nehmen.

Schlussendlich ist der Schamane Heiler für viele Menschen, für die die Segnungen der westlichen Medizin unerreichbar sind. Infektiöse Durchfallerkrankungen, Knochenbrüche, Geburtshindernisse und Krebserkrankungen gehören zu ihrem täglichen Aufgabenfeld. Spätestens hier wird deutlich, dass es eine europäisch- chauvinistische Vereinnahmung der Schamanen ist, wenn sie grob missverstanden in die Nähe von Psychotherapeuten gerückt werden.

 
 
 

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